Ask not what your country can do for you…

The new semester has started, and with it came the usual flurry of anxious students, desperate to be allocated to one of the English courses. This winter, we are offering 4 Bachelor courses; with 101 applications, I was eventually able to offer 88 students a place. There is always a couple of students complaining afterwards: They either did not get the course of their choice or no course at all. However, none of these complaints irked me like the email by a student who was adamantly requesting (not asking, mind you) to be accepted and then ended his email with “So what can the university offer me in this matter?”

I sat down and composed an eloquent response, telling him to get off his fucking high horse, reconsider his fucking attitude towards life in general and university in particular, and come to terms with the fact that he is not the centre of the fucking universe …

… a response which I then carefully deleted word by word – after all, I need this job, at least until next year. My actual reply was much more diplomatic, but only on a superficial level; I am pretty sure I still managed to signal that I think he is a bit of knobhead and should consider his choices in life.

When I relayed this story to Bert later, we both agreed that a fair share of students nowadays seems to see university as a service society, designed to cater to their every wish. I have had discussion with students about grades, course times, and deadlines, and in each and every one of these discussions, students did not seem to understand why “no means no” – I sometimes feel like educating five-year-olds about the importance of rules and agreements.

The requests students have or the excuses they bring up are sometimes staggering; just yesterday, a Master student asked me whether she could skip a course because her current schedule means that she would need to come to university “for just 5 lessons on that particular day”. The look I gave her quickly shut her up, but queries like this are becoming more and more common. I usually don’t have a problem with my students (apparently, word quickly gets around that I eat people alive who demand special treatment), but the general trend is a rather worrying one. Students seem to think that it is not their, but the university’s responsibility to sort out their issues, and they get cross when things don’t work out the way they had planned them. So while I am really willing to help students when they are in a tight spot, I want to hear a proper explanation for their problem; I want to be asked for help and not ordered around, and I want them to understand that the final decision is down to me – not them.

Now, why is this so difficult to grasp for people who are considered the intellectual future of Germany?

Das neue Semester hat begonnen, und mit ihm kam der übliche Schwarm nervöser Studenten, die unbedingt einen Platz in einem der Englisch-Kurse ergattern wollten. Diesen Winter bieten wir 4 Bachelor-Kurse an; bei 101 Bewerbungen konnte ich am Ende 88 Studenten irgendwie unterbringen. Es gibt immer Studenten, die sich danach beschweren: Entweder haben sie nicht den Kurs ihrer Wahl bekommen oder sogar überhaupt keinen Kurs. Dennoch hat mich keine dieser Beschwerden so angenervt wie die Email eines Studenten, der hartnäckig verlangte (nicht fragte, wohlgemerkt), einen Platz zu erhalten und seine Email mit den Worten endete, “Also, was kann die Universität mir in dieser Angelegenheit anbieten?”

Ich habe mich hingesetzt und eine eloquente Antwort verfasst, in der ich ihm mitteilte, dass er gefälligst mal von seinem hohen Ross runterkommen, seine unerträgliche Haltung gegenüber dem Leben im Allgemeinen und der Universität im Besonderen überdenken, und letztendlich damit klar kommen sollte, dass er nicht der Mittelpunkt des verfluchten Universums ist …. 

… eine Antwort, die ich dann sorgfältig Wort für Wort wieder gelöscht habe – immerhin brauche ich diesen Job noch, zumindest bis nächstes Jahr. Meine tatsächliche Antwort war dann sehr viel diplomatischer, aber nur oberflächlich gesehen; ich habe immer noch deutlich durchscheinen lassen, dass ich ihn für einen Vollidioten halte und er mal seine Lebensführung überdenken sollte.

Als ich diese Geschichte später Bert erzählte, kamen wir beide überein, dass ein nicht geringer Anteil an Studenten heutzutage die Uni offenbar eher als Dienstleistungszentrum sieht, darauf ausgerichtet, ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Ich hatte diverse Diskussionen mit Studenten über Noten, Kurszeiten und Abgabefristen, und bei jeder einzelnen Diskussion schienen Studenten nicht zu verstehen, dass “Nein” auch wirklich “Nein” bedeutet – manchmal fühle ich mich wie jemand, der Fünfjährigen die Bedeutung von Regeln und Absprachen beibringt.

Die Anforderungen, die Studenten haben, oder die Entschuldigungen, die sie aufbringen, sind manchmal erstaunlich; erst gestern hat mich eine Master-Studentin gefragt, ob sie einen Kurs schwänzen darf, weil sie auf Grund des Stundenplans ansonsten “nur für 5 Stunden an diesem Tag zur Uni  kommen müsste”. Der Blick, den ich ihr zugeworfen habe, hat dafür gesorgt, dass sie nichts mehr gesagt hat, aber Anfragen wie diese kommen immer häufiger. Normalerweise habe ich keine Probleme mit meinen Studenten (offenbar spricht es sich schnell rum, dass ich Leute in der Luft zerreiße, die extra Wünsche äußern), aber der generelle Trend ist eher beunruhigend. Die Studenten scheinen zu denken, dass es nicht ihre Verantwortung ist, sich um ihre Probleme zu kümmern, sondern die der Universität, und sie werden pampig, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie sich das vorgestellt haben. Obwohl ich wirklich gerne bereit bin, Studenten zu helfen, die in der Klemme sitzen, möchte ich gerne eine gute Erklärung für das Problem hören; ich möchte um Hilfe gebeten und nicht beordert werden, und ich möchte, dass sie verstehen, dass die endgültige Entscheidung bei mir liegt – nicht bei ihnen.

Also: Warum ist das so schwierig zu verstehen für Menschen, die als die intellektuelle Zukunft Deutschlands gelten?

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s